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Freitag, 27. Februar 2015

Rezension: "Reisehunger" von Nicole Stich



Erst auf der letzten Seite, im Impressum, erfährt der Leser ein wenig mehr über die Buchautorin. Mir persönlich ist der Name Nicole Stich nicht unbekannt, war sie doch Foodblogger der ersten Stunde. Ihren Blog "Delicious Days" hatte  sie bereits 2005 ins Leben gerufen, und erreichte sogar auf internationaler Ebene beachtlichen Erfolg, als er vom US-Magazin "Time" zu einer der 50 weltweit coolsten Websites prämiert wurde. Sicherlich hängt das auch sehr damit zusammen, dass Nicole Stich eigentlich Designerin ist.
Ob sie diesem Beruf aktuell noch ausübt, ist im Impressum jedenfalls nicht zu erfahren. "Reisehunger" ist bereits ihr viertes, erschienenes Kochbuch, und man kann Nicole zu diesem Erfolg nur gratulieren. Offensichtlich hat sie damit ihren "beruflichen" Weg gemacht, bzw. gefunden. 
"Reisehunger" ist durch und durch ein Kochbuch und nicht etwa ein (kulinarischer) Reiseführer. Mit dem Untertitel " Die besten Rezepte zwischen USA und Singapur"  sind offensichtlich die kulinarischen Highlights  ganz nach dem persönlichen Geschmack der reisefreudigen Autorin gemeint. Nicole Stich startet ihre Tour in USA,  reist anschliessend über den grossen Teich nach Europa, zunächst nach Portugal. Es folgen kulinarische Abstecher nach Frankreich und Italien, bevor es über Griechenland in die Türkei geht.  Nach einem anschliessendem Aufenthalt in Dubai wird dann das Ziel der Reise, Singapur, erreicht. Nur sehr wenige, persönliche Reiseeindrücke der Autorin beschreiben notizartig den Aufenthalt der jeweiligen Etappe, das Hauptaugenmerk liegt immer bei den vorgestellten Rezepten. Dass Nicole Designerin ist, zeigt sich auch in der lockeren, und bunt gestaltetem Layout des Buchs, was u.a. durch die Verwendung handgeschriebener Typografie, sorgfältig gewählte Bilder als Reiseimpressionen und ein bunt gewähltes Farbschema zum Ausdruck kommt.


Wie bereits schon erwähnt startet die kulinarische Tour in den USA. Rezepte wie Grilled Cheese, Crunch-Salat "California" sowie Schoko-Pflaumen-Crumble lassen sich hier entdecken. In Portugal sind es beispielsweise Versunkene Eier mit Chorizo, würzig scharfer Bohnensalat sowie Kochlöffelkuchen, in Frankreich gibt es lauwarmen Spargel-Mimosa-Salat und Hähnchen-Fenchel-Eintopf. In Italien lässt sich u.a. Zucchinisalat mit Minze und Haselnüssen entdecken, und so abwechslungsreich zieht es sich durch die noch folgenden Länderküchen weiter fort. Die Rezepte klingen eher unaufwendig und einfach, und dürften daher auch für den Ungeübten leicht nachzukochen sein. Auch die Zutaten klingen nicht allzu exotisch und sollten im gut sortierten Lebensmittelhandel erhältlich sein. Die Rezepte sind leicht verständlich und übersichtlich beschrieben.
Zu einer Rezension gehört natürlich auch das Nachkochen bzw. Ausprobieren eines oder mehrerer Rezepte. Anfangs war ich doch eher skeptisch, denn "Reisehunger" war zunächst für mich nur ein weiteres Kochbuch mit weiteren, mir bereits bekannten Gerichten aus unterschiedlichen Länderküchen, wie zum Beispiel der Griechischen Küche. Souvlaki und Ofengemüse, das kennt doch eigentlich jeder. Und genau die beiden Gerichte hatte ich nachgekocht, denn beim genauen Durchlesen der Rezepte fiel mir dabei die Verwendung von Kreuzkümmel, Koriander und Zimt auf, die den Speisen einen deutlich orientalischen Touch geben, was mir besonders gut gefällt. Das hat mir Appetit, und zugegeben, auch ein wenig Reisehunger gemacht, denn nach den ganzen Schmorgerichten in den Wintermonaten gibt es nun deutlich Bedarf an Abwechslung auf dem Teller. Das Buch hält also mehr oder weniger sein Versprechen und macht nicht nur kulinarisch Hunger auf Reisen, man verspürt auch ein wenig Sehnsucht nach der Ferne, es macht Lust auf Ungewohntes, Buntes und Warmes. Das Erscheinungsdatum von "Reisehunger" ist  damit jetzt zum noch winterkalten Februar eigentlich goldrichtig gewählt. 
Die nachgekochten Rezepte für Souvlaki sowie Buntes Ofengemüse werde ich dann noch in den folgenden Postings vorstellen.  


"Reisehunger" von Nicole Stich
erschienen im Gräfe & Unzer Verlag, München 2015

Sonntag, 8. Februar 2015

Filet vom Skrei, Topinambur, geräucherte Milch



Nach dem ich ihn bereits gestern zubereitet hatte, gab es heute Mittag die zweite Portion vom Skrei. In dieser Variante war er ebenfalls äußerst lecker. Den Fisch hatte ich diesmal nicht mehliert, ihn jedoch wieder in einer Pfanne auf der Hautseite scharf angebraten, kurz gewendet, und anschliessend bei ca. 80° im Ofen zu Ende gegart.Als Beilage gab es dazu Topinambur, den ich hier, noch etwas stückig, als Stampf zubereitet hatte. Die bereits mehrmals gekochte geräucherte Milch bewährte sich auch hier wunderbar zum Skrei. Ein paar Oliven, getrocknete Tomaten, Petersilie und Zitronenabrieb rundeten das Ganze  geschmacklich ab.

Samstag, 7. Februar 2015

Filet vom Skrei, Chorizo, Wirsing



Die Norweger nennen den Winterkabeljau "Skrei", was soviel wie "Wanderer" bedeutet. (Ich empfehle dazu den Besuch dieser Seite für ausführliches Hintergrundwissen). Mir ist für diesen schmackhaften "Wanderer" jedenfalls kein Weg zu weit, selbst wenn ich mich extra für ihn auf meine "Wanderung" in die Stadt mache, so wie heute geschehen, auch wenn es "nur" geschätzte 20 Minuten von meiner Küche bis zum Viktualienmarkt sind. Fisch Witte schliesst bereits um 8 Uhr seinen Laden auf, und ich geniesse dann den noch menschenleeren Viktualienmarkt am frühen Samstagmorgen. Ein ungewöhnliches Bild. Ein weiterer immenser Vorteil des frühen Marktbesuchs ist natürlich die Auswahl und das Angebot, dass einem dann zu Verfügung steht. Die Auslagen im Handel sind gut gefüllt und eben erst mit frischen Lebensmitteln einsortiert worden, die Händler selbst sind noch nicht gestresst, nehmen sich für meinen Einkauf Zeit, und so wirkt das insgesamt einfach weniger hektisch. Gut so.


Vom Einkauf in die Küche zurückgekehrt habe ich das Filet zunächst portioniert, denn Skrei wird es auch morgen am Sonntag noch einmal in einer anderen Variante geben. Heute hatte ich jedenfalls den edlen Fisch mit Beilagen wie knusprig gebratener Chorizo und Rahmwirsing zubereitet, und das auf diese einfache Weise:

Zutaten: (für 2 Personen)

2 Filets vom Skrei  à ca.150 gr
1 kleiner Wirsing
fein geschnittene Scheiben Chorizo
Petersilie
Zitronenabrieb
etwas Sahne
etwas Gemüsebrühe
Salz & Pfeffer, weiss
Muskat, frisch
Olivenöl
etwas Butter


Zubereitung:

Die Chrorizoscheiben werden zunächst in einer Pfanne ohne Fett knusprig gebraten, anschliessend auf Küchenpapier beiseite gestellt. Vom Wirsing die äusseren Blätter entfernt, dann halbiert, geviertelt, den Strunk entfernt, in feine Streifen geschnitten. Ein Butter-Olivenölgemisch in einem Topf erhitzt, den Wirsing darin angeschwitzt, mit Salz & Pfeffer und frisch geriebenen Muskat gewürzt, mit etwas Gemüsebrühe abgelöscht und eingeköchelt. In der Zwischenzeit das leicht mehlierte Filet im Chorizofett mit zusätzlich etwas Olivenöl auf der Haut bei starker Hitze für wenige Minuten angebraten, mit Salz & Pfeffer gewürzt, einmal kurz umgedreht, und anschliessend im Ofen bei ca. 80° um die 10 Minuten ausgegart. Zum Wirsing noch etwas Sahne geben, wieder etwas einreduzieren lassen, vor dem Servieren etwas Zitronenabrieb und feingehackte Petersilie untermischen. Anschliessend wie auf dem Bild angerichtet.

Sonntag, 1. Februar 2015

Gratinierter Rehrücken mit Sellerie-Birnen-Püree




Mein Einkaufsplan für das Wochenende kann mit einem Mal völlig umgestellt werden, bereits durchdachte und aufgeschriebene Einkaufslisten können komplett über den Haufen geworfen werden, so wie es letztendlich auch hier geschehen ist,  als ich beim Metzger das Angebot an Rehrücken sah, so geschehen im vergangenen Jahr im Dezember. Dieses an sich sehr seltene Angebot wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Bei meiner anschliessenden Rezeptrecherche zu Wildgerichten bin ich auf diese "Wild"-Seite gestossen. Neben recht informativer Warenkunde gibt es dort auch sehr lecker klingende Rezepte wie auch dieses zu entdecken. Bei der Zubereitung habe ich mich, bis auf das Lebkuchengewürz, ziemlich genau an die Rezeptangaben gehalten. Da ich kein Lebkuchengewürz vorrätig hatte,  wurde es einfach selbst hergestellt, und zwar aus den frisch gemahlenen, bzw. geriebenen Zutaten wie Zimt, Nelken, Kardamom, Koriander, Piment und Muskatnuss. Das Mengenverhältnis habe ich dabei untereinander relativ gleich gehalten, bei Zimt und Kardamom jedoch deutlich weniger dosiert. Die Krokantbutter, Rosmarin und die Oliven sind zusätzliche, sehr aromatische Geschmacksträger, die ausgezeichnet mit dem Wild harmonieren. Zusammen mit leckeren Begleitern wie Sellerie und Birne ist dies ein wunderbar stimmiges Wildgericht.

Zutaten ( 4 Personen)

100 gr    Nüsse (z.B. Walnuss- und/ oder Haselnusskerne ) ( Ich hatte beide verwendet)
3 EL       Zucker
50 gr      schwarze Oliven ohne Stein
2 EL       weiche Butter
1 El        Rosmarin, gehackt
300 gr   Konollensellerie
4            Birnen
100 gr   Sahne
Salz
300 ml   Glühwein ( ich hatte  anstelle einen Spätburgunder verwendet)
1 Msp    Lebkuchengewürz
2 EL       Butter
600 gr   Rehrücken (ausgelöst)

Zubereitung

Nüsse mit 1EL Zucker in der Pfanne karamellisieren, abkühlen lassen und fein hacken.  Oliven ebenfalls hacken.Weiche Butter mit Nusskrokant, Oliven und dem Rosmarin verkneten.Zwischen 2 Lagen Backpapier 1/2 cm dick ausrollen und kühl stellen.
Sellerie putzen, schälen und würfeln, anschliessend  in einem Topf mit Siebeinsatz etwa 20 Minuten dämpfen. Birnen schälen,vierteln, Kerngehäuse entfernen. Die Viertel in Spalten schneiden und ca. 4 Minuten mit dem Sellerie mitgaren. Die Hälfte der Birnen mit dem Sellerie und der Sahne pürieren, nur mit etwas Salz würzen.
Wein, restlicher Zucker und Lebkuchengewürz sirupartig einkochen. Rehrücken in einer Pfanne mit etwas Butter rundum anbraten. Mit dem Sirup bestreichen und zuerst in Frischhaltefolie, dann in Alufolie wickeln. In heißem, nicht kochendem Wasser 10 bis 14 Minuten pochieren.
Backofengrill einschalten, Rehrücken aus der Folie nehmen, die Krokantbutter in Stücke schneiden und auf dem Fleisch verteilen, unter dem Grill gratinieren. Die restlichen Birnenspalten im übrigen Sirup,  ebenso das Sellerie vor dem Anrichten noch einmal kurz erhitzen. 



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