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Mittwoch, 9. Oktober 2013

Unterwegs am Lago di Como, Varenna


Für ein paar Tage die Seele baumeln lassen, entschleunigen, wie man so schön sagt. Der Comer See als Reiseziel stand dabei schon länger auf dem Plan, nachdem ich bereits Lago Maggiore und Gardasee bereist habe.

Ich muss es gleich zu Beginn vorweg nehmen: wer sich nicht von den hauptsächlich amerikanischen Touristenströmen abschrecken lässt, der findet hier ein idyllisches Fleckchen Erde vor: ein wunderschöner See umringt von steilen, hohen Bergen, die zu ausgiebigen Wandertouren einladen, an seinen Ufern malerische Dörfer wie aus dem Bilderbuch, die aus diesem Grund magnetischer Anziehungspunkt schlechthin sind: Varenna und Bellagio.






Die Menschen hier leben zum größten Teil vom Tourismus, was sich entsprechend auch auf die Speisenkarte der Restaurants auswirkt. Klar kommt man hier bei Verständigungsproblemen auf jeden Fall zur Not auch mit Englisch weiter. Man sollte sich nichts vormachen: es werden zwar überall regionale Spezialitäten angeboten, aber nicht immer geht es dabei um pure Authentizität und Originalität, sondern letztendlich um Profit, dabei lassen sich oft die Portion, Qualität und die gehobenen Preise bemängeln.   
Mir war es bei meinem Kurztrip natürlich wichtig, auch ein wenig die regionale Küche kennenzulernen. Bei den angebotenen Gerichten dreht sich in erster Stelle natürlich alles um Fisch aus dem See, zubereitet meist in einfacher Tradition. Im Angebot sind dabei u.a. Renken, Forelle, Barsch als auch Hecht.
Eine  besondere Spezialität sind auch Missoltini: Finten, eine Heringsart, die im Frühsommer gefischt wird, in der Sonne getrocknet, gesalzen und zusammen mit Lorbeer in Holzfässern gelagert werden. Nach einigen Monaten werden die Missoltini auf dem Grill gegart und mit Polenta gereicht.


Einfache Gerichte sind auch gegrillte Renken, die nur mit gegrilltem Gemüse serviert werden, oder der Fisch wird unter anderem in Saucen verarbeitet und zu sehr schmackhaften Gnocchigerichten gereicht.
Auch der von mir sehr geschätzte Bresaola stammt aus der Region. Ein luftgetrockneter Rinderschinken aus dem Valtellina, eher bekannt als Veltlin, nordöstlich des Comer Sees, in dem auch wunderbare Weine angebaut werden. Bresaola habe ich hier als schlichtes Antipasto mit gebratenen Steinpilzen, Rauke und würzigem Parmigiano serviert bekommen, nur mit Olivenöl und etwas Zitronensaft beträufelt.
Bei den regionalen Spezialitäten müssen auch die Pizzoccheri genannt werden, schliesslich werden dafür sogar Feste in den Dörfern wie z.B. in Teglio im Valtellina veranstaltet. Pizzoccheri sind Bandnudeln, die aus Buchweizenmehl hergestellt werden. Gegessen hatte ich sie in einem überbackenem Gericht mit Mangold, Kartoffeln und reichlich Käse. Ein einfaches, vegetarisches Gericht, dass es mit seinen Brenn- und Energiewerten allerdings in sich hatte.

Gern hätte ich noch das ein oder andere Kastanienfest besucht, welche ebenfalls jetzt um diese Jahreszeit in den Dörfern stattfinden, und auch einen Ausflug zu den Crotti ins Valchiavenna hätte ich gerne noch unternommen: Felsgrotten, in denen aufgrund ihres idealen Klimas Wein, Wurst und Käse reifen. Aber leider war meine kleine Reise einfach viel zu kurz.

Kommentare:

  1. Hallo Christian,
    Du hast die Restaurants am Comer See gut beschrieben. Es ist in der Tat nicht ganz einfach, die regionale oder auch die klassische italienische Küche zu finden. Gerade in Varenna oder Bellagio, welche zu den Touristenzentren gehören, ist das Angebot sehr durch den Tourismus "verfremdet" und auch Preislich nicht gerade günstig. Ich wohne am Comer See und bilde mir ein, die Region gut zu kennen. Gute Restaurants liegen normalerweise nicht direkt am See sondern in der "zweiten Reihe", eben dort, wo weniger Touristen anzutreffen sind. In den guten typischen Restaurants trifft man die "lokale Bevölkerung", zu der auch die Mailänder zu rechnen sind, die am Wochenende immer zahlreich an den See kommen. Es lohnt sich auch, in die Berge am Comer See zu fahren. Dort findest Du noch wirklich gute klassische Küche. Allgemeine Informationen zum Comer See findest Du auf meinem Blog
    http://comer-see-insidertipps.blogspot.it/

    Viele Grüße vom Comer See
    Roland

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    1. Roland, da hast du völlig recht! Gute, und vor allem authentische Restaurants findet man eben eher in der "zweiten Reihe", wie wohl überall auf der Welt! Ausflüge in die Berge und Täler konnte ich wegen dem kurzen Aufenthalt leider nicht unternehmen.
      Dein Blog klingt sehr informativ! Viele Grüsse soweit an den Comer See!

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  2. ein wundervoller Reisebericht über diese Region - danke fürs Mitnehmen mit diesen stimmungsvollen Fotos. Und trotzdem, mein Herz gehört dem Lago Maggiore.

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    1. Und ich kann es dir nachempfinden! Lago Maggiore habe ich nun schon so häufig bereist, es war immer ein besonderes Erlebnis! Woran mag das liegen? Bin übrigens dort zuletzt immer gern in der Region um Luino gewesen, vielleicht weil es dort nicht so touristisch zu geht, und man dort mehr in das eher alltägliche Leben eintauchen kann.

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    2. Was das Ostufer des Lago Maggiore betrifft, gebe ich Dir völlig Recht. Wenn Du nochmals in diese Gegend um Luino kommst, dann schau Dir mal diesen Tipp von mir an, das liegt tatsächlich nur ca. 5 Autominuten von Luino entfernt:
      http://tisalutoticino.blogspot.ch/2013/10/ristorante-smeraldo-dumenza-varese.html

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    3. Vielen Dank! Klingt gut,habe ich sowieso als Steinpilzfreund notiert! ;)

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  3. Ganz wunderbare Bilder und ein schöner Einblick in die Region. Sieht traumhaft aus. Am Comer See war ich als Kinder, leider habe ich keine Erinnerungen mehr daran. Am Lago Maggiore war ich schon oft, er liegt für mich mit dem Auto nur 3-4 Stunden entfernt...
    Liebe Grüsse,
    Krisi
    http://excusemebutitsmylife.blogspot.com

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    1. Krisi, für mich ist es aus München zum Lago Maggiore leider ein wenig weiter. Deine Nähe verleitet ja geradezu zu Spontan-Trips. Mal sehen, vielleicht bin ich nächstes Jahr im Frühsommer wieder vor Ort.

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  4. An den Comer See habe ich sehr schöne, auch kulinarische Erinnerungen. Und wir sind mit unserem Reisebus (ich habe eine _Weinreise ins Piemont organisiert) in dder Nacht in einem der engen -Strassentunnels stecken geblieben. Sowas vergisst man nicht ;-)

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  5. Das klingt wahrhaftig nach erlebnisreichen Unternehmungen! Die engen Strassen dort werde ich auch nicht so einfach wieder vergessen!

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